Artikel: „Erobern, zerstören, auslöschen“

„In den frühen Morgenstunden des 22. Juni 1941 überschritten etwa 3 Millionen schwer bewaffnete deutsche Männer in Wehrmachtsuniform begleitet von SS-Einheiten die östliche Grenze des deutschen Machtbereichs und fielen in die Sowjetunion ein. Im Marschgepäck trugen die deutschen Generäle nicht nur die große Illusion, die Streitkräfte des riesigen Nachbarlandes im Osten in einem Blitzkrieg von wenigen Monaten niederringen zu können. Sie verfügten auch über ein Bündel von zentralen Weisungen des Oberkommandos der Wehrmacht und des Oberkommandos des Heeres, in denen eine neue Art der Kriegsführung festgelegt war.

Es handelte sich um Anweisungen zu exzessiver Gewaltsamkeit. Der durch die Propaganda als „jüdisch-bolschewistisch“ gebrandmarkte Feind sollte nicht nur besiegt, sondern „vernichtet“ werden. Die Devise der Wehrmacht lautete: erobern, zerstören und auslöschen.“ (Wolfram Wette, Erobern, zerstören, auslöschen, in: taz, 21.06.2016) weiterlesen