Forschungprojekt: Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen

Medaille mit Friedenswünschen aus dem Jahr 1644 von Sebastian Dadler. Germanisches Nationalmuseum, Münzkabinett, Med Merkel 1.6.1.

Repräsentationen des Friedens im vormodernen Europa

Projektlaufzeit: 2015-2018
Förderung: Leibniz-Gemeinschaft im Rahmen der Förderlinie „Nationale und internationale Vernetzung“
Projektkoordination: Dr. Henning P. Jürgens (IEG Mainz)

Im Rahmen eines transdisziplinären Forschungsprojekts werden die unterschiedlichen Formen von Friedensrepräsentationen in der Frühen Neuzeit untersucht. Das Nürnberger Teilprojekt widmet sich hierbei dem umfangreichen Bestand graphischer Blätter und Medaillen im Germanischen Nationalmuseum.

Das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte Projekt nimmt die unterschiedlichen Vermittlungs- und Visualisierungsstrategien frühneuzeitlicher Friedensereignisse in den Fokus. Im Zeitraum vom 16. bis zum 18. Jahrhundert wurden in Europa mehr als 2.000 inner- und zwischenstaatliche Friedensverträge geschlossen. Kriegszustände wurden von Friedensprozessen begleitet, die sich in der Quantität der vormodernen Friedensschlüsse manifestieren. Die mediale Verbreitung übernahmen verschiedene Repräsentationen des Friedens in Literatur, Kunst und Musik. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Motivkanons entwickelte sich ein „Vokabular“ des Friedens, aus dem Künstler, Schriftsteller und Komponisten schöpften. Dieses Vokabular soll im Forschungsprojekt bespielhaft anhand unterschiedlicher Kulturobjekte untersucht werden. Das Leibniz-Institut für Europäische Geschichte Mainz untersucht Friedenspredigten, deren Gattungswurzeln im Umfeld des Augsburger Religionsfriedens liegen. Ebenfalls sprachlichen Repräsentationen widmet sich die Projektstelle in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel mit der Bearbeitung deutscher und lateinischer Friedensdichtungen. Musikalischen Repräsentationsformen von Friedensszenarien stehen am Deutschen Historischen Institut Rom im Fokus. Die Arbeitsergebnisse aller Institutionen werden durch die virtuelle Forschungsumgebung WissKI erschlossen. Die fachübergreifende Bearbeitung des Quellenmaterials wird so mithilfe von Methoden des semantic web-Ansatzes der Forschung und nach Abschluss des Projekts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. weiterlesen